Thomas Flinspach

Products. Movies. Tech. Life.

8/10 Bugonia

Nach KILLING OF A SACRED DEER, POOR THINGS und KINDS OF KINDNESS war das mein vierter Lanthimos Film. Und ja, das ist jedes Mal keine leicht verdauliche Kost. Im Grunde genommen Arthouse für Einsteiger.

BUGONIA ist natürlich ebenfalls schräg. Ein kruder Mix aus Satire, Krimi und Science Fiction. Ich hatte mehrmals MEN IN BLACK Vibes.

Im Kern geht es um die Entführung der Firmenchefin Michelle, herausragend gespielt von Emma Stone, durch den Verschwörungstheoretiker Teddy (Jessie Plemons) und seinem geistig zurückgebliebenen Cousin Don, die beide ebenfalls hervorragend spielen.

Der Grund für die Entführung ist, dass Teddy der festen Überzeugung ist, dass Michelle eine Außerirdische ist und Teil einer seit langer Zeit existierenden Alien-Invasion auf unserem schönen Planeten Erde.

Der Film ist trotz dieser surrealen Geschichte sehr aktuell und sehr viel tiefgründiger als ich erwartet hatte. Lanthimos möchte uns alle wachrütteln, um endlich unser Fehlverhalten zu stoppen und schleunigst zu korrigieren. Die Klammer mit den Bienen ist genial, wie auch die Auswahl des Scores speziell mit dem bildgewaltig untermalten Schlussakkord von Marlene Dietrichs „Where have all the flowers gone“. Alles sehr ergreifend, aber auch dank der satirischen und komödiantischen Elemente sehr lustig und unterhaltsam. Für mich der beste Film von Lanthimos!

Ein Beweis dafür, dass Kino mitunter mehr wirken kann, als Politiker.